Der Cheftrainer von Feyenoord wünscht sich Geduld statt voreiliger Urteile, während Raheem Sterling sein Comeback im Rampenlicht der Eredivisie feiert.
Wenn ein Spieler wie Raheem Sterling in die Eredivisie kommt, ist für Aufsehen gesorgt. Große Namen, große Erwartungen und sofortige Meinungen. Aber nach Sterlings erstem Einsatz für Feyenoord nur 30 Minuten in einem knappen Sieg gegen Telstar wurde die Diskussion schnell hart, und einige Kritiker meinten, der ehemalige englische Flügelspieler habe nicht beeindrucken können.
Diese Reaktion gefiel Feyenoord-Trainer Robin van Persie gar nicht. Im Vorfeld der bevorstehenden Reise von Feyenoord zum FC Twente bezeichnete der Trainer einige Kommentare zu Sterlings Debüt als „völlig unangebracht“, verteidigte den Spieler und forderte von denen, die ihn so schnell beurteilten, grundlegende Kontextinformationen.
Van Persies Botschaft: Der Kontext ist wichtig
Van Persies Frustration richtete sich nicht gegen die Meinungen der Fans. Diese akzeptiert er sogar voll und ganz. Was er ablehnte, war die Schnelligkeit und Intensität der Kritik nach einem so kurzen Auftritt.
Sterlings Debüt erfolgte nach einer langen Pause vom Wettkampfußball. Er hatte seit Monaten kein komplettes Spiel mehr bestritten und trat in eine neue Liga, eine neue Umgebung und eine neue Mannschaft ein. Van Persie stellte im Wesentlichen eine einfache Frage: Wie kann man das Niveau eines Spielers nach einer halben Stunde fair beurteilen, insbesondere wenn der Spieler noch dabei ist, seine Spielfitness wieder aufzubauen?
In einer Zeile, die Aufmerksamkeit erregte, scherzte Van Persie auch, dass einige der unverblümten Reaktionen „auf entzückende Weise holländisch” seien – ehrlich, direkt und manchmal rücksichtslos. Aber er stellte klar, dass Ehrlichkeit nicht bedeuten muss, jemanden sofort abzuschreiben.
Warum Sterlings Debüt immer ein langsamer Start sein würde
Debüts sind selten perfekt. Und für Sterling war dieses Debüt von vornherein schwierig. Er spielte etwa 30 Minuten, versuchte, den Ball von links zu tragen, und wirkte wie ein Spieler, der noch seinen Rhythmus finden muss. Das ist nach einer langen Pause normal. Die Schärfe kommt mit der Zeit, mit Wiederholungen und mit Spielminuten in echten Spielen.
Feyenoord ging auch vorsichtig mit Sterling um. Van Persie hat betont, dass er den Flügelspieler nicht zu früh wieder voll einsetzen wird. Das ist kein „Schutz“ für Sterling, sondern gesunder Menschenverstand. Ein Spieler, der nach einer langen Pause ohne regelmäßiges Mannschaftstraining zurückkehrt, muss sich langsam steigern, sonst steigt das Verletzungsrisiko rapide an.
Und um fair zu sein, die Erwartungen an Sterling sind hoch. Die Fans wissen, was er in seiner Karriere geleistet hat. Sie kennen sein höchstes Niveau. Aber genau deshalb möchte Van Persie, dass die Leute Geduld haben: Sterlings Lebenslauf verschwindet nicht über Nacht, und seine Rückkehr zu alter Form wird nicht nach einem einzigen Einsatz als Einwechselspieler erfolgen.
„Beurteilt ihn später“ – Der Zeitplan von Van Persie
Van Persie hat nicht gesagt, dass Sterling immun gegen Kritik ist. Er hat lediglich einen realistischeren Zeitrahmen gesetzt. Seiner Meinung nach kann man erst nach mehreren Spielen ein angemessenes Urteil fällen – wenn Sterling eine echte Chance hatte, seine Fitness aufzubauen, seine Teamkollegen kennenzulernen und sich in die Spielweise von Feyenoord einzufinden.
Die Aussage des Trainers war klar: Kritisieren Sie die Leistung, wenn sie auf einer aussagekräftigen Stichprobe basiert, und nicht als Reaktion auf einen kurzen Auftritt. Wenn Sterling in einigen Wochen immer noch keine Leistung bringt, dann ist eine Debatte sinnvoll. Aber nach 30 Minuten? Van Persies Antwort war unverblümt: „Sie verstehen wirklich überhaupt nichts.”
Der Druck eines großen Namens
Das ist das versteckte Problem bei berühmten Neuzugängen. In dem Moment, in dem sie den Platz betreten, wird alles zum „Beweis“. Ein schwerer Ballkontakt wird zur Schlagzeile. Ein ruhiger Lauf wird zur Geschichte. Sterling spielt nicht einfach nur Fußball, er spielt unter einem Mikroskop.
Van Persies öffentliche Verteidigung ist wichtig, weil sie der Mannschaft signalisiert, dass Feyenoord hinter dem Spieler steht. Sie sagt Sterling auch: Du hast Zeit. Das kann wichtiger sein, als man denkt.
Unterstützung kam auch von einem bekannten Gesicht
Interessanterweise wurde Sterling nicht nur von seinem neuen Trainer verteidigt. Auch sein ehemaliger Teamkollege Jack Grealish schaltete sich online ein und kritisierte respektlose Kommentare zu Sterlings Debüt. Seine Botschaft lautete im Wesentlichen: Der Spieler hat lange Zeit nicht richtig gespielt oder trainiert, also zeigt etwas Respekt und gebt ihm Zeit.
Diese Art der Unterstützung hat Gewicht, weil sie von jemandem kommt, der selbst in der Elite-Umkleidekabine gesessen hat und versteht, wie schnell Berichterstattungen unfair werden können.
Was als Nächstes passiert: Auswärtsspiel beim FC Twente und der nächste Schritt im Comeback
Jetzt richtet sich der Fokus auf das nächste Spiel. Feyenoord reist zum FC Twente, und die Neugierde ist groß: Wird Sterling von Beginn an spielen oder bleibt Van Persie bei seiner Strategie, ihn langsam aufzubauen?
So oder so geht es in den nächsten Wochen darum, Schichten aufzubauen. Mehr Spielzeit. Mehr Spielrhythmus. Mehr Verständnis mit den Teamkollegen. Sterling muss morgen nicht gleich der „Spitzen-Sterling” sein. Feyenoord braucht einfach die Version von Sterling, die sich von Spiel zu Spiel weiter verbessert.
Die Fans werden vielleicht überrascht sein, wie schnell ein Spieler wieder zu seiner Form zurückfinden kann, sobald er regelmäßig Spielzeit bekommt. Aber das Gegenteil kann auch passieren, wenn der Druck zu groß wird. Deshalb ist Van Persies Haltung so wichtig: Er versucht, den Prozess zu schützen, nicht nur den Spieler.
