Der Optimismus der neuen Ära bei Chelsea steht vor seiner bislang größten Bewährungsprobe in der Liga, wobei Liam Rosenior vor dem Spiel gegen Arsenal auf Überzeugung, Gelassenheit und Beständigkeit setzt.
Chelsea-Cheftrainer Liam Rosenior hat vor dem großen Londoner Derby eine kühne und sehr Chelsea-typische Aussage gemacht: Dieser Verein gehört in die UEFA Champions League. Vor der Reise seiner Mannschaft zu Arsenal sagte Rosenior, Chelsea „sollte in der Champions League spielen” und bezeichnete die Mannschaft als „Champions-League-Verein” – eine klare Botschaft, dass die derzeitige Verbesserung zu einem Platz unter den ersten Vier führen muss.
Der Zeitpunkt ist entscheidend. Chelsea hat seit Rosenior das Ruder übernommen echte Fortschritte gezeigt, aber der Spielraum für Fehler ist kleiner geworden. Durch die zuletzt verlorenen Punkte konnten die Konkurrenten aufholen, und nun steht ein brutaler Spielplan an: zuerst Arsenal, dann ein weiteres wichtiges Ligaspiel gegen Aston Villa. Es ist eine Woche, die entweder den Aufwärtstrend bestätigen oder Schwächen offenbaren kann.
„Spiel für Spiel“ Aber die Ambitionen sind klar
Rosenior versuchte, die Balance zu finden, die Manager lieben: auf dem Boden bleiben und gleichzeitig hohe Ziele anstreben. Er wiederholte, dass die Mannschaft „Spiel für Spiel“ denken müsse, da die Premier League jede Woche anspruchsvoll sei und unterschiedliche Gegner unterschiedliche taktische Lösungen erforderten. Aber er klang auch wie jemand, der glaubt, dass Chelsea bereits auf dem richtigen Weg ist.
Unter Rosenior hat sich die Form von Chelsea in der Liga schnell stabilisiert. Der Trainer hat hervorgehoben, dass die Mannschaft seit seiner Ankunft acht ihrer zwölf Spiele gewonnen hat, und er meinte sogar, es „sollten zehn von zwölf sein”, was bedeutet, dass es Spiele gab, in denen Chelsea Punkte liegen gelassen hat. Diese Mischung aus Zuversicht und Frustration ist interessant: Sie zeigt, dass Rosenior zufrieden ist, aber nicht zufriedenstellend.
Er verwies auch auf die Tabelle als Beweis dafür, dass es sich nicht nur um „gute Stimmung“ handelt. Als er das Amt übernahm, lag Chelsea auf dem achten Platz. Die Mannschaft hat sich unter die Top 5 vorgearbeitet, und Rosenior sieht dies eindeutig als Mindestanforderung für einen Verein von der Größe Chelseas an.
Warum das Spiel gegen Arsenal wie ein Maßstab wirkt
Arsenal ist nicht nur ein weiterer Gegner. Der Verein ist Tabellenführer und hat Chelsea in letzter Zeit deutlich unterlegen, darunter zwei Siege gegen Chelsea im Halbfinale des Ligapokals. Diese Geschichte ist noch frisch, und Rosenior weiß das.
Es gibt noch eine weitere schmerzhafte Statistik, die über dem Derby schwebt: Sollte Chelsea erneut verlieren, wäre es das erste Mal seit der Saison 2003/04, dass Arsenal Chelsea dreimal in derselben Saison besiegt. Das ist nicht die Art von Rekord, die Chelsea gerne hätte, insbesondere angesichts der bevorstehenden Champions-League-Qualifikation.
Rosenior hat die Aufgabe, die Emotionen unter Kontrolle zu halten. Derbys können chaotisch werden. Sie können eher zu Momentaufnahmen als zu Mustern werden. Für Chelsea ist es entscheidend, das Chaos zu vermeiden, das sie in dieser Saison in wichtigen Spielen heimgesucht hat – eine voreilige Entscheidung, eine Unkonzentriertheit oder ein kostspieliger Fehler zum falschen Zeitpunkt.
Nach dem Unentschieden gegen PSG wird über die Champions League gesprochen
Eine zusätzliche Würze für diese Woche ist, dass Chelsea in der Champions League gegen Paris Saint-Germain antritt. Rosenior bezeichnete die Begegnung als spannende Herausforderung, lenkte die Aufmerksamkeit jedoch schnell wieder auf die Liga und betonte erneut, dass die Premier League jede Woche volle Aufmerksamkeit erfordert.
Dennoch ist PSG kein kleines Detail. Es erhöht den Druck, weil es deutlich macht, was Chelsea wieder werden will: ein Verein, der in Europa weit kommt und gleichzeitig zu Hause stark bleibt. Deshalb hat Rosenior mit seiner Aussage „Champions-League-Verein“ einen Volltreffer gelandet. Das ist nicht nur ein motivierendes Zitat. Es ist ein Identitätsbekenntnis.
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Rosenior gab auch einen detaillierten Überblick über die Verletztenlage, und das Bild war gemischt. Es gab gute Nachrichten zu Reece James, denn der Trainer sagte, dass es ihm „absolut gut” gehe. Das ist wichtig, denn James ist nicht nur eine Option als rechter Außenverteidiger, sondern auch ein Führungsspieler und ein Spielmacher, wenn er fit ist.
Romeo Lavia nähert sich ebenfalls seiner Bestform. Rosenior sagte, der Mittelfeldspieler werde „immer stärker” und erwähnte ein kleines Trainingsspiel unter der Woche, in dem Lavia einen wirklich guten Eindruck hinterlassen habe. Im Mittelfeldkampf gegen Arsenal könnte die Verfügbarkeit von Lavia (auch wenn er vorsichtig eingesetzt wird) einen enormen Schub bedeuten.
Auch an anderer Stelle gab es Positives zu vermelden. Dario Essugo ist zum Training zurückgekehrt und gibt Chelsea damit eine weitere Option, da sich die Spieltermine häufen. Allerdings muss Chelsea im Spiel gegen Arsenal auf Marc Cucurella verzichten, und Flügelspieler Estevao fällt weiterhin mit einer Oberschenkelverletzung aus. Rosenior sagte auch, dass Jamie Gittens in seiner Reha Fortschritte macht, aber das Derby kommt noch zu früh.
Warum Rosenior nicht nur große Töne spuckt
Bemerkenswert ist, dass Rosenior seine Überzeugung mit Fakten untermauern kann: verbesserte Ergebnisse, eine ungeschlagene Serie in der Liga seit seiner Ankunft und eine Mannschaft, die stabiler wirkt. Aber Überzeugung allein reicht nicht aus, um sich für die Champions League zu qualifizieren. Chelsea braucht weiterhin Konstanz, insbesondere gegen direkte Konkurrenten und die Top-4-Teams.
Das Spiel gegen Arsenal ist der perfekte Test für Rosenior. Wenn Chelsea gut spielt, diszipliniert bleibt und seine Chancen nutzt, wird die Botschaft „Champions-League-Club“ realistisch. Wenn sie jedoch Fehler machen oder die Kontrolle über das Spiel verlieren, wird die Saison wieder zu einer nervösen Aufholjagd.
So oder so, Rosenior hat seine Position klar gemacht. Er will nicht, dass Chelsea auf die Top 4 hofft. Er will, dass Chelsea es erwartet und dann beweist.
