In einer regnerischen Nacht in den Midlands im Molineux-Stadion lieferte das Spiel Wolves gegen Aston Villa mehr als nur ein weiteres Premier-League-Ergebnis. Die Wolves holten sich einen 2:0-Sieg, der ihre Situation zwar nicht auf magische Weise verbessert, aber eine schwere Last von ihnen nimmt: Sie haben nun die gefürchtete „schlechteste Punktzahl aller Zeiten” hinter sich gelassen, die seit Jahren die Tabellenletzten verfolgt. Aston Villa hingegen machte einen schmerzhaften Rückschritt im Rennen um die Champions-League-Qualifikation.
Ein Ergebnis, das mehr als drei Punkte bedeutet
Die Wolves haben den größten Teil der Saison damit verbracht, nach etwas zu suchen, das einem Aufschwung ähnelt. Vor diesem Spiel war ihre Saison von knappen Ergebnissen, verpassten Chancen und langen Torflauten geprägt. Aber dieser Sieg war mehr als nur eine emotionale Angelegenheit. Mit nun 13 Punkten haben die Wolves sichergestellt, dass sie nicht unter dem niedrigsten Punktestand aller Zeiten in der Premier League landen werden, der 2007/08 von Derby County mit nur 11 Punkten aufgestellt wurde. Das ist zwar kein Grund zum Feiern, aber für einen Verein, der seit Monaten unter Druck steht, ist damit eine psychologische Grenze überschritten worden.
Dennoch bleibt die Realität hart. Selbst mit diesem Sieg stecken die Wolves tief in der Krise, und der Abstand zur Sicherheit ist immer noch enorm. Aber an einem Abend, an dem die Bedingungen schwierig und das Selbstvertrauen fragil waren, zeigten sie die Art von Kampfgeist, die sich die Fans so sehr gewünscht hatten.
Villa startete schneller, aber die Wolves blieben am Leben
Aston Villa begann das Spiel mit mehr Entschlossenheit. Sie spielten den Ball früh schnell nach vorne und wirkten vor allem in der Anfangsphase sicherer im Ballbesitz. Die Wolves verteidigten tief und versuchten, das Spiel eng zu halten, wobei sie sich eher auf Einsatz und Organisation als auf flüssigen Fußball verließen. Tatsächlich war die erste Halbzeit nicht besonders schön anzusehen. Es war ein Derby bei strömendem Regen, bei dem einfache Pässe schwerer zu kontrollieren waren und das Tempo oft unregelmäßig war.
Villa hatte einige Momente, die darauf hindeuteten, dass sie das Spiel kontrollieren könnten, aber es fehlte der letzte Schliff. Das wurde zum Leitmotiv. Die Wolves überstanden den frühen Druck von Villa und machten das Spiel nach und nach körperbetonter und chaotischer – genau die Art von Spiel, die eine stärkere Mannschaft in eine unangenehme Lage bringen kann.
Der Wendepunkt: João Gomes bricht die Pattsituation
Der entscheidende Moment kam kurz nach der Stunde. Ein Vorstoß der Wolves über die rechte Seite endete mit einer Flanke in den Strafraum, und als der Ball günstig vor den Füßen von João Gomes landete, schoss er mit großer Entschlossenheit. Sein Schuss flog unter die Latte – genau die Art von Schuss, die die Stimmung im Stadion sofort verändert. Für die Wolves war es eine Erleichterung. Für Villa war es ein Schock – nicht weil sie dominierten, sondern weil sie nicht in Gefahr schienen.
Von diesem Zeitpunkt an wendete sich das Blatt. Villa drängte nach vorne, wie man es von einer Mannschaft erwarten würde, die um einen Platz unter den ersten Vier kämpft. Aber die Wolves verteidigten mit Intensität und Disziplin. Sie blockierten Laufwege, warfen sich vor Schüsse und kämpften um zweite Bälle, als wäre es ein Pokalfinale.
Die Reaktion von Villa war nicht entschlossen genug
Villa schuf nach dem Rückstand zwar einige Chancen. Sie hatten einige Momente vor dem Strafraum der Wolves und mindestens eine Chance aus kurzer Distanz, die eine Reaktion erzwang. Doch vor dem Tor wirkten sie nie wirklich ruhig. Einige ihrer besten Chancen endeten mit Schüssen direkt auf den Torwart oder überhasteten Versuchen unter Druck. In einem engen Rennen um die Premier League können diese kleinen Fehler den Unterschied zwischen einem Champions-League-Traum und einem stressigen Frühjahr ausmachen.
Rodrigo Gomes macht spät den Sack zu
Als das Spiel in die Nachspielzeit ging, warf Villa alles nach vorne. Das gab den Wolves genau das, was sie brauchten: Raum für Konter. Mit praktisch dem letzten Schuss brachen die Wolves nach vorne durch und Rodrigo Gomes verwandelte eine späte Chance zum 2:0. Molineux tobte, und das Ergebnis war endlich sicher.
Es war ein Ende, das für Villa grausam sein kann, aber es spiegelte auch den Verlauf der zweiten Halbzeit wider. Die Wolves liefen mehr, verteidigten tiefer und wirkten entschlossener – im positiven Sinne –, als es darauf ankam.
Was dies für die Wolves und Villa bedeutet
Für die Wolves wird dieser Sieg die Tabelle nicht plötzlich verändern. Ihre Chancen auf den Klassenerhalt sind nach wie vor gering, zumal ihre Konkurrenten noch Spiele in der Hinterhand haben. Aber Selbstvertrauen lässt sich nicht nur in Punkten messen. Ein Derbysieg, kein Gegentor und eine starke Defensivleistung können die Stimmung in der Kabine verändern. Die Fans werden vielleicht überrascht sein, wie sehr ein Abend wie dieser die nächsten Wochen beeinflussen kann, auch wenn das Endergebnis der Saison weiterhin düster aussieht.
Für Aston Villa sind die Warnsignale jetzt deutlicher. Punktverluste in solchen Spielen können Teams am Ende der Saison noch verfolgen. Ihr Platz unter den ersten Vier ist in Gefahr, und der Druck steigt mit den bevorstehenden wichtigen Spielen nur noch weiter. Villa muss schnell zu einer präziseren Chancenverwertung und einem ruhigeren Angriffsrhythmus finden, denn die Teams hinter ihnen werden nicht warten.
